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Unterwaldner Preis für Bildende Kunst geht an Christian Kathriner

Der diesjährige Träger des Unterwaldner Preises für Bildende Kunst heisst Christian Kathriner. Im Rahmen der unjurierten Jahresausstellung des Ob- und Nidwaldner Kunstschaffens in der Alten Kraftwerkzentrale in Giswil wurde dem 26jährigen Obwaldner Künstler der mit Fr. 20'000 dotierte Preis überreicht. 105 Künstlerinnen und Künstler geben vom 15. Oktober bis 5. November in der Alten Kraftwerkezentrale Giswil (Kunstraum) einen Einblick in ihr Kunstschaffen.

Christian Kathriner wurde für sein Wandgemälde ausgezeichnet, das er direkt auf eine Mauer im Ausstellungsraum aufgetragen hat. Das Werk zeigt acht Farbbalken, die mehrere Meter quer über die Mauer verlaufen. "Je länger wir uns mit diesem Bild befassen, je klarer wird uns, dass es sich gar nicht um abstrakte Malerei handelt. Das Bild erzeugt aus den Überschneidungen der Farben und Formen immer neue Wege und inhaltliche Bezüge. Das Wandbild wird immer mehr zu einer Art Plan, den wir gedanklich und körperlich für uns selbst nachvollziehen und bewandern können" würdigte der Jurypräsident Josef Felix Müller, Künstler aus St. Gallen, das Werk. Und weiter: "Die Verbindung von Architektur, Mensch und Natur wird durch die Wandmalerei von Christian Kathriner in diesem starken Raum, in dieser Landschaft mit all den Menschen auf eindrückliche Weise klar."

Mit dem Werktitel "8 colori rubati di Piero" wird der Bezug zum italienischen Architekten, Maler und Wissenschaftler Piero della Francesco (1410 - 1492) angedeutet. Piero, einer der wichtigsten Maler der Frührenaissance, war ein grosser Theoretiker der Geometrie und ein Erforscher der Perspektive. Die Farben bzw. "colori di Piero" mischte Christian Kathriner aus Farbpigmenten mit Kleisterleim als Bindemittel und trug diese direkt auf die Mauer auf.

Christian Kathriner wohnt seit 1998 in Berlin, wo er vor allem die Anonymität der Grosstadt schätzt. Gleichzeitig kehrt der professionelle Künstler, der als Bauernsohn in Wilen OW aufgewachsen ist, immer wieder gerne nach Obwalden zurück. Er selber bezeichnet Obwalden als seinen eigentlichen künstlerischen Fundus.

105 Künstlerinnen und Künstler
Die diesjährige Unterwaldner Kunstausstellung findet in der alten Kraftwerkzentrale der Elektrizitätswerke Obwalden, zuhinterst im Sarneraatal in Giswil statt. Der Ausstellungsmacher Theo Zihlmann hat in Zusammenarbeit mit dem Obwaldner Kulturbeauftragten Christian Sidler und vielen Helfern den 90 Meter langen und 10 Meter breiten, hohen Raum für die Ausstellung eingerichtet und vorbereitet. Knapp 350 Werke von 105 Künstlerinnen und Künstlern galt es zu platzieren. Die Ausstellung fasziniert nicht nur dank vielen interessanten Arbeiten, sondern auch als eigentliche Installation im Kulturraum Giswil, der in seiner Dimension und Ausstrahlung in der ganzen Innerschweiz wohl einmalig ist.

Die Unterwaldner Kunstausstellung dauert bis 5. November 2000. Sie ist jeweils Donnerstag, 18 - 20 Uhr, Samstag, 14 - 17 Uhr und Sonntag 11 - 17 Uhr geöffnet. Fahrgelegenheiten ab Bahnhof Giswil Donnerstag, 18.15 Uhr; Samstag 14.15 Uhr und Sonntag 12.15 und 15.15 Uhr. Barbetrieb.

Teilnehmende:
Achermann Lea Luzern
Achermann Marianne Buochs
Albert Judith Zürich
Ambauen Sepp Buochs
Amici Marie-Theres Luzern
Amrein Oskar Stans
Amstad Sabine Beckenried
Amstutz Eleonore Ennetbürgen
Auer Alois Giswil
Auer-Enz Andrea Wilen
Bachmann Rosmarie Sarnen
Baumgartner Christoph Stans
Berlinger Uriel Flüelen
Birvé Franz Wilen
Bollin Eugen Engelberg
Braun Rose-Marie Sarnen
Britschgi Roman Wilen
Bührer Karin Sachseln
Bünter Chris Zürich
Businger Fredi Stans
Bussmann Bruno Luzern
Bütschi Frank Stansstad
De Boga Emmetten
Dillier Monika Basel
Döngi Manuela Dallenwil
Dutoit Helena Hirschthal
Engelberger Heidi Stansstad
Feubli Eduard Hergiswil
Fischer Samuel Alpnach
Flühler Marlis Oberdorf
Fuchs Angelika Buochs
Fuchs Beata Wilen
Fuchs Paolo N. Engelberg
Gasser Monika Luzern
Geissmann Ruedy Kerns
Giebel Theresia Alpnach
Grossrieder Richard Sachseln
Gut Barbara Stans
Gut Heini Stans
Guyer Wyrsch Gertrud Stans
Haag Susanne Luzern
Halter Urs Sarnen
Heymann Sandra Sarnen
Hossli Adrian Giswil
Hummel Rainer Otto Stans
Hurni Franz Sarnen
Imboden Melk Buochs
Infanger Daniel Basel
Jakober Mary-Lou Kägiswil
Kathriner Christian Wilen
Kathriner Lisbeth Alpnach
Kathriner Ruedi Giswil
Krähenbühl Hampi Fürigen
Lodek Joachim Berlin
Lussi Paul Luzern
Lussi Rochus Stans
Lutz Charlie Kerns
Murer Martina-Julia Beckenried
Näf Johanna Zug
Niederberger Jörg Baden
Odermatt Fredy Stans
Odermatt Josef M. Oberdorf
Odermatt Rude Dallenwil
Reinhard Maya Sachseln
Rogger Stefan Sarnen
Röthlin Andrea Kerns
Ruckli Andrea Engelberg
Rudi Heidi Alpnach
Rüttimann Uli Stansstad
Schär Hugo Kleinteil
Scheuber Christoph Kerns
Schlatter Dieter Richmond CA
Schlatter Evi Stalden
Schriber Franz Kägiswil
Stadelmann Cécile Stans
Steiger Olivia Stans
Stifani Anna-Rita Sarnen
Stockmann Marianne Orbe
Studer Doris Engelberg
Studer Burri Carin Luzern
Studhalter Marlon Hergiswil
Townend Paul Wilen
Tran De Alpnach
Tschantré Zdenka Emmetten
Tscholitsch Jesco Luzern
Tscholitsch Vreni Oberdorf
Vaszary Marie-Helene Hergiswil
von Allmen Petra Ennetbürgen
von Rotz Pia Luzern
von Wyl Philippe Zimmerwald
Wicki Esther Kriens
Wittmer Stephan Sarnen
Woodtli Ruth Hergiswil
Würsch Brigitta Luzern
Wyrsch Bernhard Buochs
Wyrsch Vreni Luzern
Zahnder Siegfried Stansstad
Zelger Guido W. Stans
Zihlmann Theo Stans
Zimmermann Anna Sarnen
Zimmermann Katrin Sarnen
Zimmermann Martin Petit-Lancy
Zumstein Antonia Kägiswil
Zumstein Hans Giswil
Zumstein Marta Sarnen
 
 


Überblick über das Kunstschaffen

Die Kantone Obwalden und Nidwalden führen seit Jahren gemeinsame Ausstellungen des einheimischen Kunstschaffens durch. Die Präsentationen werden ab diesem Jahr nach einem veränderten Reglement abgehalten und durch zusätzliche Fördermittel aufgewertet.

Die bisherige Regelung sah jeweils im ersten Jahr die jurierte Ausstellung, im zweiten Jahr die unjurierte Ausstellung und im dritten Jahr eine Pause vor. Die Kulturkommissionen der Kantone Obwalden und Nidwalden haben nun die Regeln neu formuliert, um die Ausstellungen näher miteinander zu verbinden und für die Kunstschaffenden attraktiver zu gestalten.

Unter dem Titel „NOW 02 – Übersicht Ob- und Nidwaldner Kunst“ findet im Herbst des laufenden Jahres eine Ausstellung in Obwalden statt. Zu dieser Ausstellung, die vom 19. Oktober bis 10. November 2002 in Sarnen durchgeführt wird, werden sämtliche künstlerisch Tätigen aus den beiden Kantonen zugelassen. Als einzige Voraussetzung ist vorher neuerdings ein kleines Dossier über das eigene Schaffen einzureichen.

An der Ausstellung wird eine Jury diejenigen Künstlerinnen und Künstler auswählen, die an der Folgeausstellung „NOW 03 - Auswahl Ob- und Nidwaldner Kunst“ in Nidwalden teilnehmen können. Die ausgewählten Kunstschaffenden haben damit die Möglichkeit, sich intensiv auf die Folgeausstellung ein Jahr später vorzubereiten. Die Jury kann weiter im Rahmen der Übersichtsausstellung Werkbeiträge von je maximal Fr. 5'000 vergeben (total höchstens Fr. 15‘000). Die Jury setzt sich wie bisher aus je einer Person aus Ob- und aus Nidwalden sowie drei auswärtigen Expertinnen und Experten zusammen.

Den mit 20'000 Franken dotierten Unterwaldner Kunstpreis wird dieselbe Jury schliesslich an der Folgeausstellung vergeben. Chancen auf die Vergabe des Kunstpreises hat nur, wer zuvor an der Übersichtsausstellung teilgenommen hat.

Wie bisher werden die Ausstellungen in einem Zyklus von drei Jahren abgehalten. Im Jahr 2004 wird also keine Ausstellung stattfinden. 2005 wird Nidwalden für die Übersichtsausstellung und im folgenden Jahr 2006 Obwalden für die Auswahlausstellung zuständig sein. 2007 folgt wieder eine Pause.

Das Reglement wurde in dieser Form von der Kulturförderungskommission Obwalden und von der Kommission für Kultur und Denkmalpflege Nidwalden beschlossen und am 28. Mai 2002 im Hotel Metzgern in Sarnen den interessierten Künstlerinnen und Künstlern vorgestellt.

Rückfragen an: Christian Sidler,
Leiter Abteilung Kultur
Bildungs- und Kulturdepartement Obwalden
Tel. 041 666 64 07
mail: kulturabteilung@ow.ch





Christian Kathriner
Christian Kathriner wohnt seit 1998 in Berlin, wo er vor allem die Anonymität der Grosstadt schätzt. Gleichzeitig kehrt der professionelle Künstler, der als Bauernsohn in Wilen OW aufgewachsen ist, immer wieder gerne nach Obwalden zurück. Er selber bezeichnet Obwalden als seinen eigentlichen künstlerischen Fundus.



› weitere Informationen über Christian Kathriner

Biographische Angaben zu Christian Kathriner,

Preisträger Unterwaldner Preis für Bildende Kunst 2000

Lebensdaten:
·geboren am 3. März 1974 in Sarnen OW
·aufgewachsen in einer Bauernfamilie in Wilen OW
·Primarschule in Wilen OW
·3 Jahre Gymnasium in Sarnen OW
·1989-1990: Vorkurs an der Kunstgewerbeschule in Luzern
·1992 - 1997: Kunstakademie Düsseldorf (Malerei)
·seit 1998 lebt er in Berlin

Ausstellungen / Beiträge:
·1993: Jahresgabe des Obwaldner Künstlertreffs 13: 4 mehrfarbige Linolschnitte
·1994: mit Sebestyen Kodolanyi, Verwaltungsgebäude Hostett Sarnen
·1995: Lithographien im Originalgrafikraum Martin Wallimann, Alpnach
·1996: "Index", Gruppenausstellung, Köln
·1997: mit Jörg gimmler, Thomas Sturm, Gregory Klasen u.a., Roonstrasse, Köln
·1997: Mappenwerk ?Remarque?, Graphikblätter von 18 Innerschweizer Künstlern, ausgestellt in der Galerie Renggli, Zug
·2000: Kunstraum Burgdorf mit Bastian und Mejr
·2000: Wandbild in der Loggia der Druckwerkstatt, Künstlerhaus Bethanien, Berlin, mit Anselmo Fox
·2000: Bildstock, Installationen in der Landschaft, Heiligkreuz (Tischvitrine)

Christian Kathriner: "Kunst ist das Einzige, das mich interessiert"

Christian Kathriner wurde am 3. März 1994 in Sarnen geboren. Seine Kindheit verbrachte er als Bauernsohn in Wilen. Bereits mit 16 Jahren reifte bei ihm der Wunsch heran, Künstler zu werden. In seinem damaligen Zeichnungslehrer Adrian Hossli an der Kantonsschule Obwalden und in Martin Wallimann, Kunstdrucker und Verleger in Alpnach, fand er zwei Förderer, die ihn bei seinen ersten Schritten in der Kunst stark unterstützten. 1989/90 besuchte Christian Kathriner den Vorkurs an der damaligen Kunstgewerbeschule in Luzern, hatte jedoch wegen seines jungen Alters keine Möglichkeit, in die Weiterbildungsklasse für Freie Kunst aufgenommen zu werden. Das Volontariatsjahr in der Werkstatt für Kunstdruck bei Martin Wallimann betrachtete er dann als ideale Vorbereitung für den Beginn an der Kunstakademie in Düsseldorf.

Während fünf Jahren, 1992 - 1997, studierte er in Düsseldorf. Die Zeit an der Akademie bezeichnete Christian Kathrienr als sehr befruchtend und prägend, auch wenn er das Studium vorzeitig abbrach, um als freierschaffender Künstler in Berlin tätig zu sein.

Seit drei Jahren wohnt Christian Kathriner in Berlin. Das Atelier befindet sich in seiner Wohnung, wobei er oft in einer Siebdruckwerkstatt arbeitet. Hier, in der Loggia der Druckwerkstatt, entstand auch sein erstes öffentliches Wandbild. Während Christian Kathriner in Berlin die Anonymität der Grossstadt besonders schätzt, kehrt er gleichzeitig oft und gerne nach Obwalden zurück. Er empfindet es als Chance, hier aufgewachsen zu sein und bezeichnet Obwalden als seinen eigentlichen künstlerischen Fundus.

Christian Kathriner benennt die Wandmalerei als Krondisziplin der Malerei. Selbstverständlich haben ihn die grossen italienischen Meister fasziniert und beeinflusst, die es einerseits verstanden, mit ihrer Malerei einen Bezug zur sakralen Architektur zu schaffen, und die andererseits in den Kirchen selbst die Heimat für ihre Kunst vorfanden.

Eine Art Heimat bildet für Christian Kathriner auch der Kulturraum in Giswil. In diesem Raum, den er dank Martin Wallimann schon vor Jahren entdeckt hatte, hat er nun sein Werk "8 colori rubati di Piero" ausgeführt. Er kannte den Raum so gut, dass er bereits in Berlin aus der Distanz ein räumliches Konzept für sein Gemälde entwickeln konnte. Der Titel des Werkes verweist auf den italienischen Meister Piero della Francesca, der mit seinen Wandbildern in den Kirchenräumen von Arezzo, Florenz oder Rom unsterblich wurde.



Eine Wandibild von Christian Kathriner
„Die Badenden“ 1999/2000



Wandbild Zeichnungen

„Ich bin von der Idee der Wandmalerei ausgegangen, mit alldem, was sie an Theatralischem , an Spektakulärem an sich hat. Ich vergesse nie, dass ich an einer Mauer, an einer Vertikalität arbeite, und nicht an Bildern, die ich hinlegen könnte, wie man ein Buch hinlegt.“

Pierre Klossowski

„Unter dem Gesichtspunkt der Malerei erfordern die materiellen Operationen, die zum Bild führen, nicht nur technische Rücksichten, sondern ordnen diese auch voraussehbaren Interpretationen von seiten des Betrachters unter; der Künstler zieht eine bestimmte Technik einer anderen vor, weil es ihm gefällt, die zeitgenössische Weise, wie die Gegenstände aufgefasst werden, zu missbilligen. Er legt vorallem darauf Wert, seine eigene Optik gegenüber der Vergangenheit wie der Zukunft zu rechtfertigen.“

Pierre Klossowski „Die Badenden“

Die grosse Rundbogenwand in der Loggia - dem Speisesaal der Druckwerkstatt - schien mir besonders geeignet für eine raumbezogene Wandarbeit. Die Athmosphäre der gründergotischen Architektur, selbst schon ein historisierendes Spiel mit Bogenmotiven, bewog mich eine klassische Badeszene zu entwerfen, einen Pool, in dem sich Ingres, Schinkel, Seurat und Warhol tummeln können.

Die gewählte Technik des Siebdruckes als Methode zitiert Wandmalerei ohne die Sehnsucht nach Frescomalerei einzulösen. Diese Wahl des technischen Mittels brachte es mit sich in Partitionen zu arbeiten. Es wurden 16 großformatige Siebe in 16 Handdruckgängen benötigt um in vier Farben in vier Vierteln das Format von 3 x 2 Metern zu bewältigen.



Analog wurde in der Technik des Frescos schrittweise in Tagwerken gemalt, um wie in diesem Verfahren unumgänglich, im feuchten Putz arbeiten zu können.

Es entstand so der größte auf einem zusammenhängen Untergrund stehende vierfarbige Siebdruck, der in dieser Werkstatt bisher realisiert wurde. Die nicht an der Wand selbst gedruckte, sondern danach kaschierte Leinwand war vor den Druckgängen so präpariert, grundiert und geschliffen, dass der Bilduntergrund verputzt scheint.

Acht Zeichnungen, Vorstudien zum Wandbild, werden in der Ausstellung in dem großen Flur, der zur Loggia führt, den acht Zwischenwänden zugeordnet und bilden eine Installation, die erneut die Frage nach dem Verhältnis von Architektur und Bildender Kunst aufwirft.

Christian Kathriner

Sponsoren

 

Kulturförderung Kanton Obwalden

Kulturförderung Kanton Nidwalden

Obwaldner Kantonalbank

von Ah Druck AG

art-tv.ch

 

Gönner und Freunde

 

Schnellmann-Berchtold

Müller Kathrin Sarnen

IAG die web-macher

Ralph Sonderegger