Home Agenda News Galerien Museen Musik Künstler Jahresaustellung Publikationen Kulturadressen Über uns

Kathriner Christian 

Eine Wandibild von Christian Kathriner „Die Badenden“ 1999/2000

Wandbild Zeichnungen

"Ich bin von der Idee der Wandmalerei ausgegangen, mit alldem, was sie an Theatralischem , an Spektakulärem an sich hat. Ich vergesse nie, dass ich an einer Mauer, an einer Vertikalität arbeite, und nicht an Bildern, die ich hinlegen könnte, wie man ein Buch hinlegt.“

Pierre Klossowski

„Unter dem Gesichtspunkt der Malerei erfordern die materiellen Operationen, die zum Bild führen, nicht nur technische Rücksichten, sondern ordnen diese auch voraussehbaren Interpretationen von seiten des Betrachters unter; der Künstler zieht eine bestimmte Technik einer anderen vor, weil es ihm gefällt, die zeitgenössische Weise, wie die Gegenstände aufgefasst werden, zu missbilligen. Er legt vorallem darauf Wert, seine eigene Optik gegenüber der Vergangenheit wie der Zukunft zu rechtfertigen.“

Pierre Klossowski „Die Badenden“

Die grosse Rundbogenwand in der Loggia - dem Speisesaal der Druckwerkstatt - schien mir besonders geeignet für eine raumbezogene Wandarbeit. Die Athmosphäre der gründergotischen Architektur, selbst schon ein historisierendes Spiel mit Bogenmotiven, bewog mich eine klassische Badeszene zu entwerfen, einen Pool, in dem sich Ingres, Schinkel, Seurat und Warhol tummeln können.

Die gewählte Technik des Siebdruckes als Methode zitiert Wandmalerei ohne die Sehnsucht nach Frescomalerei einzulösen. Diese Wahl des technischen Mittels brachte es mit sich in Partitionen zu arbeiten. Es wurden 16 großformatige Siebe in 16 Handdruckgängen benötigt um in vier Farben in vier Vierteln das Format von 3 x 2 Metern zu bewältigen.

Analog wurde in der Technik des Frescos schrittweise in Tagwerken gemalt, um wie in diesem Verfahren unumgänglich, im feuchten Putz arbeiten zu können. 

 

Es entstand so der größte auf einem zusammenhängen Untergrund stehende vierfarbige Siebdruck, der in dieser Werkstatt bisher realisiert wurde. Die nicht an der Wand selbst gedruckte, sondern danach kaschierte Leinwand war vor den Druckgängen so präpariert, grundiert und geschliffen, dass der Bilduntergrund verputzt scheint.


Acht Zeichnungen, Vorstudien zum Wandbild, werden in der Ausstellung in dem großen Flur, der zur Loggia führt, den acht Zwischenwänden zugeordnet und bilden eine Installation, die erneut die Frage nach dem Verhältnis von Architektur und Bildender Kunst aufwirft.

 

Christian Kathriner wohnt seit 1998 in Berlin, wo er vor allem die Anonymität der Grosstadt schätzt. Gleichzeitig kehrt der professionelle Künstler, der als Bauernsohn in Wilen OW aufgewachsen ist, immer wieder gerne nach Obwalden zurück. Er selber bezeichnet Obwalden als seinen eigentlichen künstlerischen Fundus.

weitere Informationen über Christian Kathriner


Biographische Angaben zu Christian Kathriner,


Preisträger Unterwaldner Preis für Bildende Kunst 2000

Lebensdaten:

  • geboren am 3. März 1974 in Sarnen OW
  • aufgewachsen in einer Bauernfamilie in Wilen OW
  • Primarschule in Wilen OW
  • 3 Jahre Gymnasium in Sarnen OW
  • 1989-1990: Vorkurs an der Kunstgewerbeschule in Luzern
  • 1992 - 1997: Kunstakademie Düsseldorf (Malerei)
  • seit 1998 lebt er in Berlin

Ausstellungen / Beiträge:

  • 1993: Jahresgabe des Obwaldner Künstlertreffs 13: 4 mehrfarbige Linolschnitte
  • 1994: mit Sebestyen Kodolanyi, Verwaltungsgebäude Hostett Sarnen
  • 1995: Lithographien im Originalgrafikraum Martin Wallimann, Alpnach
  • 1996: "Index", Gruppenausstellung, Köln
  • 1997: mit Jörg gimmler, Thomas Sturm, Gregory Klasen u.a., Roonstrasse, Köln
  • 1997: Mappenwerk ?Remarque?, Graphikblätter von 18 Innerschweizer Künstlern, ausgestellt in der Galerie Renggli, Zug
  • 2000: Kunstraum Burgdorf mit Bastian und Mejr
  • 2000: Wandbild in der Loggia der Druckwerkstatt, Künstlerhaus Bethanien, Berlin, mit Anselmo Fox
  • 2000: Bildstock, Installationen in der Landschaft, Heiligkreuz (Tischvitrine)

Christian Kathriner: "Kunst ist das Einzige, das mich interessiert"

Christian Kathriner wurde am 3. März 1994 in Sarnen geboren. Seine Kindheit verbrachte er als Bauernsohn in Wilen. Bereits mit 16 Jahren reifte bei ihm der Wunsch heran, Künstler zu werden. In seinem damaligen Zeichnungslehrer Adrian Hossli an der Kantonsschule Obwalden und in Martin Wallimann, Kunstdrucker und Verleger in Alpnach, fand er zwei Förderer, die ihn bei seinen ersten Schritten in der Kunst stark unterstützten. 1989/90 besuchte Christian Kathriner den Vorkurs an der damaligen Kunstgewerbeschule in Luzern, hatte jedoch wegen seines jungen Alters keine Möglichkeit, in die Weiterbildungsklasse für Freie Kunst aufgenommen zu werden. Das Volontariatsjahr in der Werkstatt für Kunstdruck bei Martin Wallimann betrachtete er dann als ideale Vorbereitung für den Beginn an der Kunstakademie in Düsseldorf.

Während fünf Jahren, 1992 - 1997, studierte er in Düsseldorf. Die Zeit an der Akademie bezeichnete Christian Kathrienr als sehr befruchtend und prägend, auch wenn er das Studium vorzeitig abbrach, um als freierschaffender Künstler in Berlin tätig zu sein.

Seit drei Jahren wohnt Christian Kathriner in Berlin. Das Atelier befindet sich in seiner Wohnung, wobei er oft in einer Siebdruckwerkstatt arbeitet. Hier, in der Loggia der Druckwerkstatt, entstand auch sein erstes öffentliches Wandbild. Während Christian Kathriner in Berlin die Anonymität der Grossstadt besonders schätzt, kehrt er gleichzeitig oft und gerne nach Obwalden zurück. Er empfindet es als Chance, hier aufgewachsen zu sein und bezeichnet Obwalden als seinen eigentlichen künstlerischen Fundus.

Christian Kathriner benennt die Wandmalerei als Krondisziplin der Malerei. Selbstverständlich haben ihn die grossen italienischen Meister fasziniert und beeinflusst, die es einerseits verstanden, mit ihrer Malerei einen Bezug zur sakralen Architektur zu schaffen, und die andererseits in den Kirchen selbst die Heimat für ihre Kunst vorfanden.

Eine Art Heimat bildet für Christian Kathriner auch der Kulturraum in Giswil. In diesem Raum, den er dank Martin Wallimann schon vor Jahren entdeckt hatte, hat er nun sein Werk "8 colori rubati di Piero" ausgeführt. Er kannte den Raum so gut, dass er bereits in Berlin aus der Distanz ein räumliches Konzept für sein Gemälde entwickeln konnte. Der Titel des Werkes verweist auf den italienischen Meister Piero della Francesca, der mit seinen Wandbildern in den Kirchenräumen von Arezzo, Florenz oder Rom unsterblich wurde.

zurück

Sponsoren

 

Kulturförderung Kanton Obwalden

Kulturförderung Kanton Nidwalden

Obwaldner Kantonalbank

von Ah Druck AG

art-tv.ch

 

Gönner und Freunde

 

Schnellmann-Berchtold

Müller Kathrin Sarnen

IAG die web-macher

Ralph Sonderegger